Wellness nach Aborigine-Art

Vor etwa 50.000 Jahren besiedelten die ersten Aborigines Australien. Seitdem leben sie dort in tiefer Verbundenheit mit Land und Natur. Nur wer im Einklang mit seiner Umwelt ist, so glauben sie, kann ein gesundes und zufriedenes Leben führen.

GANZHEITLICHE HEILUNG

Der Schöpfungsmythos der Aborigines, die Traumzeit, ist Grundlage ihres Glaubens. Sie lehrt, dass jegliches Leben miteinander verbunden ist. Krankheiten und Verletzungen sind an negative Energien gekoppelt, die genauso behandelt werden wie die körperlichen Symptome. Die ganzheitliche Heilung ist Aufgabe der Nangkaris, der Schamanen. Sie führen neben der medizinischen Versorgung die für die Heilung unerlässlichen religiösen Riten durch. Das können Feuerrituale sein, aber auch die Heilkräfte der Elemente Luft, Wasser und Erde fließen in ihre Zeremonien ein. Stets werden Geist und Körper gleichermaßen behandelt.

Eine traditionelle Massage nach Art der Aborigines wird vom Duft ausgewählter Wüstenkräuter und dem Klang des Didgeridoos begleitet. Die kreisenden und streichenden Bewegungen mit Handballen oder Ellenbogen lösen Blockaden im Körper, während alle Sinne von positiver Energie durchflutet werden. Eine besondere von den australischen Ureinwohner entwickelte Entspannungstechnik ist die Kopfmassage mithilfe eines Bokomas. Hierzu wird ein Gerät, das einem Schneebesen ähnlich sieht, über die Kopfhaut bewegt. Das sorgt für eine bessere Durchblutung, soll Kopfschmerzen vorbeugen und dient dem Abbau von Stress.

DIE APOTHEKE DER ABORIGINES

Der Eukalyptus ist auch hierzulande als Heilpflanze bekannt

Für die Ureinwohner Australiens ist eine natürliche und ausgewogene Ernährung die Grundlage von Gesundheit und Wohlbefinden. Traditionell leben sie als Jäger und Sammler von dem, was die Natur ihnen bietet. Der Nährwert der Buschpflanzen ist um einiges höher als der kultivierter Nutzpflanzen. Sie sind reicher an Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen. Das Fleisch australischer Wildtiere ist fettarm mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren.

Zusätzlich ist das Wissen um die Heilkräfte vieler einheimischer Pflanzen tief in der Kultur der Aborigines verankert. Einige sind hierzulande schon lange bekannt, z.B. der Eukalyptus, andere erscheinen eher exotisch.

Der Akazienbaum liefert den Ureinwohnern verschiedenste Grundstoffe. Lange Streifen der Wurzelrinde dienen als Schiene bei Knochenbrüchen, Rinde wird um die Stirn gebunden, um Kopfschmerzen zu kurieren und die Schoten des Baumes mit Wasser verrieben sind ein wirksames Mittel gegen Juckreiz.

Der Papayabaum liefert nicht nur Nahrung, ein Tee aus seinen Blättern wird von den Aborigines als Krebsheilmittel eingesetzt. Das Enzym Papain, das auch in den Früchten enthalten ist, besitzt entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften. Auch in Kosmetika entfaltet es seine positiven Eigenschaften. Da es die Zellerneuerung unterstützt, wirkt es wie eine Verjüngungskur für die Haut. Besonders zu empfehlen ist die Anwendung in Form einer Maske, aber auch der regelmäßige Genuss von Papayafrüchten ist Wellness für die Zellen.

Das ätherische Öl des Teebaums ist aufgrund seiner bakteriziden und fungiziden Wirkung vielseitig verwendbar. Da es in sehr seltenen Fällen zu einer allergischen Reaktion kommen kann, sollte man vor der Verwendung von Teebaumöl die eigene Haut testen. Man benetzt eine kleine Hautstelle auf der Innenseite des Unterarms mit dem Öl, und beobachtet einen Tag lang ob eine Rötung auftritt. Geschieht dies nicht, ist die Anwendung sicher. Zur sanften Gesichtsreinigung bei unreiner Haut gibt man etwas Öl auf einen feuchten Wattebausch und tupft damit das Gesicht ab. Pickel werden am besten mehrmals täglich direkt benetzt. Auch bei Insektenstichen soll dies Linderung verschaffen. Als kleine Wellnesskur bei Müdigkeit und Abgespanntheit kann ein Bad mit einigen Tropfen Teebaumöl für Entspannung und Ausgeglichenheit sorgen. Denn diese, so wissen die Aborigines, sind für unser Wohlbefinden unerlässlich.