Wellness Trends

Jedes Jahrzehnt hat seinen eigenen Wellness-Trend. Die letzte Dekade
stand ganz im Zeichen von Ayurveda-Güssen, Power-Yoga oder
Hotstone-Massagen. Ab kommendem Jahr wird es noch exotischer:
Schokoladenwickel aus Japan und Schlangenmassagen aus Israel läuten den
Wechsel ein. Ganz vorn mit dabei: Australien.

AUSTRALIEN – NEUENTDECKUNG AUF DER WELLNESS-LANDKARTE

Bislang kannten wir den Kontinent der Krokodile, Kängurus und Kiwis
in Sachen Wellness höchstens durch den “australischen Schneebesen” –
einem nach unten geöffneten Kopfmassagegerät, das Energien stimulieren
und Stress verschwinden lassen soll. Die Legende will es, dass die
australischen Ureinwohner, die Aborigines, eine ähnliche Gerätschaft
verwendet haben sollen, um mittels Kopfmassage verborgene Energiequellen
zu (re-)aktivieren.

TONERDE, GRANIT, ZEDERNHOLZ – UND IMMER WIEDER WASSER

Die aktuellen Wellness-Trends aus Australien hingegen kombinieren
klassisch australische Elemente mit den Wohlfühltraditionen Europas und
Asiens. Als Zentrum der neuen australischen Wellness-Welle gilt die
kleine Ortschaft Hepburn Springs inmitten der Macedon Ranges, Victoria.
Schon das Ortseingangsschild kündet vom Spa Centre of Australia.
Schliesslich hat man hier bereits im Jahr 1836 die ersten
Mineralquellen Australiens gefunden und sich für den Kurbetrieb zu Nutze
gemacht. Heute gibt es hier Locarno-, Sulfur- und Soda-Quellen und
natürlich ein hypermodernes Hydrotherapie-Zentrum mit diversen Bädern
und Vichy-Duschen, wie sie auch hierzulande in Wellnesslandschaften
beliebt sind.

Für das Wohlfühlklima im australischen Spa zeichnet ebenso in erster
Linie Wasser verantwortlich: Hierzu wird aromatisiertes Wasser mittels
einer Förderschaufel in einen mit heimischem roten Granit gefüllten
Kessel geträufelt. Der aufsteigende Dampf kondensiert an
Zedernholzwänden.

WIE NEUGEBOREN DURCH URALTE TRADITION

Auch für die Gesichtsbehandlungen setzt man Down Under auf das, was
Boden und Meer hergeben. Tonerdemasken, Meersalzpeelings und
Schlammpackungen. Letztere gehen auf ein Ritual der Aborigines zurück,
die auch als Berater der australischen Kosmetikfirma Li Tya Spa
fungieren. Schliesslich stand und steht für die Aborigines nicht
Schönheit, sondern physisches Wohlbefinden an erster Stelle. Die
überlieferten Techniken wie beispielsweise das “Signature Treatment”
stehen heute auch westlichen Gästen zur Verfügung. Beginnend mit einer
wärmenden Packung aus Mapi-Schlamm, die den Körper mit Mineralstoffen versorgen soll, wird der Kopf nach uralten Riten massiert, danach die Haare mit einer Kräuterkur versorgt.
Eine warme Regenwalddusche spült den Schlamm vom Körper und bereitet ihn
auf die abschliessende Kodo-Massage vor, einer Kombination aus Press-,
Streich- und Dehnbewegungen. Beim nächsten Australien-Besuch unbedingt
ausprobieren. Bis dahin können viele der exotischen Wellnessangebote
auch in Deutschland genossen werden, da in allen grösseren deutschen
Städten Wellnessoasen zu finden sind. Die Tagespreise variieren je nach
Region und Angebot meist zwischen 40 und 80 Euro.